„Wanne raus, Dusche rein“ ist das häufigste Einzelprojekt der deutschen Badmodernisierung – aus Altersgründen, aus Platzgründen, aus Duschgewohnheit. Dieser Ratgeber der Renovierungs-Rubrik rechnet das Projekt durch: was der Tausch 2026 wirklich kostet (mit den drei Ausbaustufen), welche Zuschüsse ihn drastisch verbilligen, wann er an einem Tag machbar ist – und die zwei Fragen, die vor jedem Angebot geklärt gehören: Estrich und Vermieter.
Die drei Wege und ihre Preise 2026

| Variante | Was passiert | Kosten 2026 | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1. Systemtausch „an einem Tag“ | Wanne raus, flache Duschwanne + Wandpaneele in die alte Nische, ohne Fliesenarbeiten | 2.500–4.500 € | 1–2 Tage |
| 2. Klassischer Umbau | Wanne raus, geflieste Duschzone mit flacher Tasse (8–12 cm Einstieg), Teilverfliesung | 4.000–7.000 € | 4–6 Tage |
| 3. Bodengleiche Dusche | Estrich öffnen, Ablauf tieferlegen, Gefälle-Estrich, Abdichtung nach Norm, Komplettverfliesung der Zone | 6.500–11.000 € | 7–10 Tage |
Regionale Korrektur wie immer: München/Stuttgart/Frankfurt +15–25 %, Leipzig/Dortmund und Umland −10–20 % (die Logik dazu im Kosten-Grundlagenartikel). Die Schnellschätzung für Ihr Bad liefert der Badkosten-Rechner.
Die Estrich-Frage entscheidet über Variante 3
Bodengleich braucht Einbautiefe: 12–15 cm unter Oberkante Fertigfußboden für Ablauf und Gefälle. Im Erdgeschoss auf Bodenplatte meist machbar; in Geschossdecken älterer Mehrfamilienhäuser liegt oft nur 4–6 cm Estrich über der Rohdecke – dann bleibt bodengleich nur mit Duschrinne zur Wand, Pumpe (unschön) oder Podest (Widerspruch in sich). Die Klärung kostet einen Handwerkertermin mit Probebohrung, bevor irgendein Angebot unterschrieben wird – jede seriöse Firma macht das; wer „bodengleich, kein Problem“ ohne Blick in den Boden verspricht, disqualifiziert sich.
Zuschüsse: bis 4.180 € vom Staat

- Pflegekasse (§ 40 SGB XI): Bei anerkanntem Pflegegrad (schon Grad 1!) bis 4.180 € Zuschuss (Stand 2026) für „wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ – der Wannentausch zur Dusche ist der Klassiker. Antrag mit Kostenvoranschlag vor Beauftragung.
- KfW 159 „Altersgerecht Umbauen“: zinsgünstiger Kredit ohne Pflegegrad-Voraussetzung; Zuschussvarianten je nach Programmlage – aktuelle Konditionen vor Projektstart prüfen.
- Steuerbonus Handwerkerleistungen: 20 % der Lohnkosten, bis 1.200 €/Jahr von der Steuerschuld – die Rechnung braucht getrennt ausgewiesene Lohnanteile und Überweisung statt Barzahlung.
„Der teuerste Satz dieses Projekts lautet: ,Wir haben schon mal angefangen, den Zuschuss beantragen wir dann.‘ Danach ist die Maßnahme begonnen – und der Topf zu.“
Beratungsalltag der Pflegestützpunkte, in einem Satz
Mietwohnung: erlaubt, aber mit Vertrag
Der Wannentausch ist eine bauliche Veränderung – ohne schriftliche Vermieterzustimmung riskiert man Rückbau auf eigene Kosten beim Auszug. Die gute Nachricht 2026: Bei altersbedingtem Umbau haben Mieter nach § 554 BGB einen Anspruch auf Erlaubnis (barrierereduzierender Umbau), der Vermieter kann aber Rückbau-Sicherheit verlangen. Praxis-Paket: schriftliche Vereinbarung mit Zustandsfotos, Klausel „verbleibt bei Auszug gegen Verzicht auf Rückbau“ anstreben – ein modernisiertes Bad ist auch fürs Vermieterinteresse ein Gewinn.
Häufige Fragen zum Wannentausch
Geht Duschen statt Wanne wirklich an einem Tag?
Variante 1 ja – das ist ein etabliertes Systemgeschäft: morgens Demontage, mittags Anschluss-Anpassung, nachmittags Duschwanne + Paneele, abends Silikon. Bedingung: Die alte Wannennische bleibt maßlich Referenz, und die Wandpaneele ersetzen die Fliesenarbeit. Wer geflieste Individuallösungen will, wählt bewusst die längeren Varianten.
Verliert die Wohnung ohne Badewanne an Wert?
Bei Familien-Zielgruppen kann die fehlende Wanne ein Vermietungs-/Verkaufsargument kosten; bei Senioren- und Single-Lagen ist die Dusche das Plus. Kompromiss in größeren Bädern: Dusche neu UND kompakte Wanne (150–160 cm) behalten. In kleinen Bädern gewinnt die Alltagsfunktion – und das ist heute die Dusche.
Welche Duschabtrennung passt zur Nischenlösung?
In der alten Wannennische (typisch 170–180 × 75–80 cm): Schiebetür oder Pendeltür in Nischenbreite, ab ~350 €. Glas ab 6 mm wirkt wertig; bei hartem Wasser (Berlin, München – Werte in der PLZ-Suche) lohnt Glas mit Lotus-Beschichtung gegen den täglichen Kalkfilm.
Was passiert mit den Fliesen hinter der alten Wanne?
Dahinter ist meist unverfliester Rohputz – einkalkulieren! Variante 1 überdeckt ihn mit Paneelen, Variante 2/3 verfliesen neu. Wer nur „Wanne raus, gleiche Fliesen weiter“ erwartet, erlebt die klassische Überraschung: Die alten Fliesen gibt es seit 20 Jahren nicht mehr; Kontrastzone statt Flickversuch ist die ehrliche Gestaltungsantwort.
Bonus: die Übergangswoche organisieren
Zwischen „Wanne raus“ und „Dusche dicht“ liegen je nach Variante ein bis zehn Tage ohne Waschgelegenheit – der am häufigsten verdrängte Teil der Planung. Die erprobten Lösungen nach Aufwand: Duschgast bei Nachbarn oder Familie (der Klassiker, mit Kuchen als Währung), Wochenkarte im Schwimmbad oder Fitnessstudio (10–25 €, inklusive warmem Wasser ohne schlechtes Gewissen), für Variante 3 mit längerer Bauzeit die Kombination aus beidem plus Waschbecken-Katzenwäsche. Terminlich hilft ein Griff: Baustart Montag statt Freitag vereinbaren – dann fällt die wasserlose Zeit in die Arbeitswoche statt ins Wochenende, und die Firma hat fünf Werktage am Stück statt einer Unterbrechung. Und wer die Pflegekassen-Variante fährt: Die Bewilligung dauert typisch zwei bis vier Wochen – genau die richtige Zeitreserve, um die Übergangswoche und den Montags-Start sauber zu planen.
Rutschfestigkeit: welche Duschfläche für wen?
Wer altersgerecht umbaut, achtet auf die Bewertungsklassen: Duschflächen mit rutschhemmender Oberfläche (Klasse B nach Barfußbereich-Bewertung) oder strukturiertes Feinsteinzeug bei gefliesten Lösungen. Nachrüst-Antirutschbeschichtungen für glatte Acrylwannen kosten 30–60 € und wirken, sind aber Verschleißschichten. Zusammen mit Haltegriff (an Tragwand oder mit geprüfter Klebemontage) und Duschsitz-Option gehört das in jedes Pflegekassen-Angebot – die Kasse fördert genau diese Details mit.
Zum Mitnehmen: Erst Estrich-Frage und (im Mietfall) Vermieter-Papier, dann Variante wählen, dann Förderung beantragen, dann erst beauftragen – in dieser Reihenfolge kostet der Tausch 2.500 bis 11.000 € minus bis zu 4.180 € Zuschuss. Die Nachbarthemen dieser Rubrik: die Gewerke-Reihenfolge fürs Gesamtprojekt und demnächst die zehn teuersten Sanierungsfehler.