Wie oft Kaffeevollautomat entkalken? Intervall nach Wasserhärte für 19 Städte

Bei täglicher Nutzung sollten Sie einen Kaffeevollautomaten je nach Wasserhärte alle 2,5 bis 12 Wochen entkalken: bei weichem Wasser unter 8,4 °dH rund alle drei Monate, bei hartem Wasser über 14 °dH etwa monatlich, bei sehr hartem Wasser über 21 °dH alle zweieinhalb Wochen. Wer mehrmals täglich Kaffee bezieht, halbiert diese Abstände.

Die Geräteanzeige ist dabei nur so gut wie die eingestellte Härte. Ab Werk steht sie oft auf einem Mittelwert. Stiftung Warentest hat die Entkalkungsvorgaben großer Anbieter verglichen und rät knapp: „Halten Sie sich an die Empfehlung des Anbieters.“ (test.de, Stiftung Warentest). Das betrifft das Mittel. Das Intervall hängt an Ihrem Leitungswasser.

Intervalle in 19 Städten

19 Großstädte haben wir mit dem Entkalker-Rechner durchgerechnet: Gerät „Kaffeemaschine / Vollautomat“, Tank 1,8 Liter, Zitronensäure. Eingesetzt ist jeweils der obere Wert der Härtespanne aus der Trinkwasseranalyse des Versorgers, weil Kalk sich nach dem härtesten Wasser richtet, das tatsächlich durch die Leitung kommt.

Stadt Härte (°dH, max.) Täglich Mehrmals täglich Zitronensäure je 1,8 l
Berlin 24,0 2,5 Wochen 1,3 Wochen 62 g
Frankfurt am Main 20,0 4 Wochen 2 Wochen 51 g
Duisburg 18,8 4 Wochen 2 Wochen 48 g
Köln 18,6 4 Wochen 2 Wochen 48 g
Leipzig 18,5 4 Wochen 2 Wochen 48 g
Hamburg 18,0 4 Wochen 2 Wochen 46 g
München 17,9 4 Wochen 2 Wochen 46 g
Münster 15,6 4 Wochen 2 Wochen 40 g
Düsseldorf 14,8 4 Wochen 2 Wochen 38 g
Stuttgart 13,0 7 Wochen 3,5 Wochen 33 g
Nürnberg 12,2 7 Wochen 3,5 Wochen 31 g
Hannover 12,0 7 Wochen 3,5 Wochen 31 g
Dresden 10,8 7 Wochen 3,5 Wochen 28 g
Wuppertal 10,8 7 Wochen 3,5 Wochen 28 g
Dortmund 8,5 7 Wochen 3,5 Wochen 22 g
Bochum 7,4 12 Wochen 6 Wochen 22 g
Bremen 6,7 12 Wochen 6 Wochen 22 g
Essen 6,6 12 Wochen 6 Wochen 22 g
Bonn 6,2 12 Wochen 6 Wochen 22 g

9 von 19 Städten landen beim Monatsrhythmus oder darunter. Nur vier, nämlich Bochum, Bremen, Essen und Bonn, kommen mit einem Quartalstermin aus. Die Grammzahl gilt für eine Lösung aus Zitronensäurepulver und ist eine Orientierung für Geräte, deren Hersteller dieses Mittel zulässt.

Wann die Tabelle nicht passt

Spannen wie in Frankfurt (4,0 bis 20,0 °dH) oder Hamburg (6,0 bis 18,0 °dH) bedeuten Mischwasser aus mehreren Wasserwerken. Ihr Wert kann deutlich unter dem Maximum liegen. Die genaue Härte für Ihre Straße nennt der Versorger; die Werte nach Postleitzahl stehen in unserer Wasserhärte-Datenbank.

Ein eingesetzter Wasserfilter verlängert die Abstände, sofern er im Gerät aktiviert und rechtzeitig getauscht wird. Dann gibt die Maschine ihr eigenes Intervall vor.

Zitronensäure ist nicht für jedes Gerät freigegeben. Laut Stiftung Warentest setzen etwa Jura, Nivona und Siemens auf Mittel mit Amidosulfonsäure, andere Anbieter auf Milch- oder Zitronensäure. Weicht Ihre Bedienungsanleitung ab, gilt die Anleitung, auch wegen der Gewährleistung.

Drei Fehler, die Kalk begünstigen

  • Essigessenz im Vollautomaten: Sie greift Dichtungen und Schläuche an.
  • Lösung aufkochen: Zitronensäure bildet bei Hitze Calciumcitrat, einen Belag, der hartnäckiger ist als der Kalk selbst.
  • Härte im Menü nie umstellen: Die Maschine meldet sich dann bei hartem Wasser zu spät.

Für Spülmaschine und Waschmittel gilt dieselbe Logik, nur mit anderen Stellschrauben: So stellen Sie die Spülmaschine auf die Wasserhärte ein.

Foto: Kalkablagerung im Kochtopf. Nicbou / Wikimedia Commons, CC0, commons.wikimedia.org.

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