Wasserpreise 2027 in Mecklenburg-Vorpommern: Was der Wasser-Cent beim Duschen kostet

Güstrow, 22. Oktober 2026: Die Stadtwerke kündigen für den 1. Januar 2027 eine Erhöhung des Trinkwasserpreises um voraussichtlich 30 bis 40 Prozent an. Ein Grund liegt beim Land. Mecklenburg-Vorpommern verdoppelt ab 2027 das Wasserentnahmeentgelt von 10 auf 20 Cent je Kubikmeter. Wir haben nachgerechnet, was davon im Bad ankommt.

Laut Nordkurier kostet der Kubikmeter Trinkwasser in Güstrow derzeit 1,75 € netto, 1,87 € brutto. Für einen Durchschnittshaushalt nennen die Stadtwerke 8 bis 12 € mehr im Monat. Der Bericht fasst es so: Es „steht zum 1. Januar 2027 eine deutliche Preisanpassung beim Trinkwasser bevor“.

Drei Gründe für den Sprung

Güstrow braucht rund 1,6 Millionen m³ Trinkwasser im Jahr. Der eigene Brunnen an der Goldberger Straße deckt etwa ein Drittel, und er ist ausgelastet. Zwei Drittel kommen vom Wasserwerk Langensee des Zweckverbands WAZ. Über die künftigen Bezugskosten wird noch verhandelt.

Dazu kommt der Wasser-Cent des Landes: 20 statt 10 Cent für jeden entnommenen Kubikmeter. Drittens steigen Personal-, Energie- und Instandhaltungskosten. Ein internes Sparprogramm gleicht das laut Stadtwerken nicht aus.

Güstrow ist nicht allein. Der Zweckverband Schweriner Umland mit rund 50.000 Kunden gibt die höhere Landesabgabe nach einem Nordkurier-Bericht vom Juli eins zu eins weiter. Dort kosten 2026 Trinkwasser 2,01 €/m³ und Abwasser 2,80 €/m³, zusammen 4,81 € – Grundgebühren von 45 € und 90 € im Jahr kommen hinzu.

Nachgerechnet: Was kostet eine Dusche ab 2027?

Wir haben den Schweriner Wert in unseren Rechner Dusche oder Badewanne eingegeben. Annahmen: ein Haushalt mit 14 Duschen pro Woche à 8 Minuten, Standardbrause mit 12 l/min, zwei Wannenbäder à 160 Liter, Warmwasser per Gas. Das ergibt 86,5 m³ im Jahr – nur fürs Bad, ohne Küche, Waschmaschine und WC.

Szenario Wasser + Abwasser je m³ Pro Dusche Bad im Jahr
Stand 2026 (Schweriner Umland) 4,81 € 0,81 € 730 €
Nur Wasser-Cent weitergegeben (+0,10 €) 4,91 € 0,82 € 739 €
Trinkwasser +40 % wie in Güstrow (+0,75 €) 5,56 € 0,88 € 795 €
Wie oben, aber Sparduschkopf 7 l/min 5,56 € 0,51 € 527 €

Der Wasser-Cent allein macht pro Dusche knapp einen Cent aus: 96 Liter mal 10 Cent je Kubikmeter. Im Jahr sind das rund 9 € für das Bad. Spürbar wird erst der Aufschlag des Versorgers. Im Güstrow-Szenario steigen die Badkosten um 65 €.

Die Stadtwerke nennen höhere Beträge, weil sie den ganzen Haushaltsverbrauch rechnen. Unsere 86,5 m³ decken nur Dusche und Wanne ab.

Der größere Hebel liegt woanders

Ein Sparduschkopf senkt den Durchfluss von 12 auf 7 l/min. Bei 5,56 €/m³ fallen die Badkosten damit auf 527 € – 268 € weniger als mit Standardbrause und 203 € unter dem heutigen Stand. Der Grund: Gespart werden Wasser und Energie zugleich. Das Erwärmen kostet bei Gas mehr als das Wasser selbst.

Mit elektrischem Durchlauferhitzer verschiebt sich das Bild. Derselbe Haushalt zahlt laut Rechner 1.253 € bei 4,81 €/m³ und 1.318 € bei 5,56 €/m³. Der Wasserpreis treibt die Rechnung um 65 €, der Strom macht den Grundbetrag. Wer über einen Umbau von Wanne zu Dusche nachdenkt, findet die Baukosten in unserem Beitrag Wanne raus, Dusche rein. Energetisch rechnet sich dieser Umbau selten.

Was folgt

  • 18. November 2026: Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Güstrow soll die Zahlen erhalten, sobald die Verhandlungen mit dem WAZ abgeschlossen sind.
  • Dezember 2026: Die Verbandsversammlung des Zweckverbands Schweriner Umland beschließt die Gebühren für 2027.
  • 1. Januar 2027: Neue Preise und das höhere Entnahmeentgelt gelten. Zählerstand zum Jahreswechsel notieren – das erleichtert die Prüfung der Abrechnung.

Andere Versorger in Mecklenburg-Vorpommern legen ihre Preise für 2027 ebenfalls bis Jahresende fest. Den eigenen Preis je Kubikmeter finden Sie im letzten Gebührenbescheid. Tragen Sie ihn in den Rechner ein, dann sehen Sie Ihre Zahl statt unseres Beispiels. Verbindlich sind nur die Bescheide und Preisblätter des Versorgers.

Foto: Wasserturm an der Goldberger Straße in Güstrow. Florian Koppe / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org.

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