Wasserpreise 2027: Hamburg erhöht auf 2,28 € – was Duschen und Baden künftig kostet

Hamburg, 6. November 2026. Ab dem 1. Januar 2027 kostet der Kubikmeter Trinkwasser bei Hamburg Wasser 2,28 Euro brutto statt bisher rund 2,19 Euro. Hamburg ist damit Teil einer Welle: Seit Donnerstag sammelt eine bundesweite Übersicht Preiserhöhungen von Köln bis Coburg. Für das Bad heißt das vor allem eines: Die Rechnung steigt, aber nicht dort, wo die meisten sparen wollen.

Die Übersicht von t-online trägt den Titel „Wasserkosten 2027: Kosten steigen für Millionen Haushalte“. Die Hamburger Zahlen hat das Stadtteilmagazin Klönschnack bereits am 23. Oktober veröffentlicht: Der Senat hat die Erhöhung am 20. Oktober gebilligt, der Nettopreis steigt von 2,05 auf 2,13 Euro je Kubikmeter, also um 3,9 Prozent. Der Grundpreis für den Wasserzähler steigt um 7,5 Prozent.

Was die Erhöhung in Hamburg pro Dusche bedeutet

Das Plus beträgt 8,6 Cent je Kubikmeter inklusive 7 Prozent Mehrwertsteuer. Hamburg Wasser beziffert die Mehrkosten für einen Durchschnittshaushalt auf rund 89 Cent im Monat, also 10,68 Euro im Jahr, Grundpreis eingeschlossen.

Wir haben das Bad getrennt nachgerechnet, mit dem Rechner Dusche oder Badewanne und seinen Standardwerten: 14 Duschgänge zu je 8 Minuten mit Standardkopf (12 l/min) und 2 Wannenbäder zu 160 Litern pro Woche, Warmwasser per Gas. Das ergibt 86,5 Kubikmeter im Jahr, nur für Dusche und Wanne.

  • Eine Dusche (96 Liter) wird um 0,8 Cent teurer.
  • Ein Vollbad (160 Liter) wird um 1,4 Cent teurer.
  • Über das Jahr sind es im Musterhaushalt 7,40 Euro.

Zum Vergleich: Das Erwärmen desselben Vollbads kostet laut Rechner mit Gas 58 Cent, mit Durchlauferhitzer 1,55 Euro. Der Wasserpreis ist im Bad der kleinere Posten.

Andere Städte: deutlich größere Sprünge

Hamburg liegt mit 3,9 Prozent am unteren Ende. Die Tabelle zeigt Preise laut t-online und die rechnerischen Mehrkosten für denselben Musterverbrauch von 86,5 Kubikmetern. Ob die Werte netto oder brutto gelten, geben nicht alle Versorger einheitlich an.

Ort / Posten 2026 2027 Mehrkosten bei 86,5 m³
Hamburg, Trinkwasser (brutto) 2,19 €/m³ 2,28 €/m³ 7,40 €
Köln, Abwasser 1,76 €/m³ 1,86 €/m³ 8,65 €
Aschaffenburg, Trinkwasser 2,41 €/m³ 2,62 €/m³ 18,17 € + 29,52 € Grundpreis
Coburg, Trinkwasser 2,61 €/m³ 2,93 €/m³ 27,68 €
Schmallenberg, Trinkwasser 1,70 €/m³ 2,10 €/m³ 34,60 € + 33,71 € Grundgebühr

In Aschaffenburg fällt der Grundpreis stärker ins Gewicht als der Verbrauch: Er steigt laut t-online von 2,68 auf 5,14 Euro im Monat. Wer wenig Wasser verbraucht, spürt dort vor allem diesen Posten. Für Berlin steht die Zustimmung des Senats noch aus; die Details stehen in unserem Beitrag zum Wasserpreis Berlin 2027.

Wo der Hebel tatsächlich liegt

Derselbe Rechner zeigt für den Musterhaushalt: Ein Sparduschkopf mit 7 statt 12 Litern pro Minute spart mit Gas rund 257 Euro im Jahr. Das ist etwa das 35-Fache der Hamburger Preiserhöhung. Mit Fernwärme sind es 275 Euro, mit Durchlauferhitzer 433 Euro.

Der Grund: Jeder eingesparte Liter spart Frischwasser, Abwasser und Energie zugleich. Der Kubikmeterpreis allein bewegt das Ergebnis kaum. Wer seine eigenen Werte einträgt, sollte im Feld für den Wasserpreis Frisch- und Abwasser zusammen angeben, beides steht auf der Jahresabrechnung.

Ein Nebeneffekt betrifft Hamburg besonders: Die Härte liegt je nach Stadtteil zwischen 6 und 18 °dH, die Werte für Ihre Adresse finden Sie auf der Seite Wasserhärte Hamburg. Sparbrausen mit feinen Düsen verkalken bei hartem Wasser schneller und sollten dann häufiger entkalkt werden.

Was als Nächstes kommt

  • 31. Dezember 2026: Zählerstand fotografieren. Das Foto hilft, die Abgrenzung zwischen altem und neuem Preis in der Jahresabrechnung nachzuvollziehen.
  • 1. Januar 2027: Die neuen Preise in Hamburg, Köln, Aschaffenburg, Coburg und Schmallenberg gelten laut den Berichten ab diesem Tag.
  • Januar 2027: Viele Versorger veröffentlichen neue Trinkwasseranalysen; wir aktualisieren die Härtewerte der Stadtseiten.
  • Mieter: Die Erhöhung kommt über die Betriebskostenabrechnung für 2027, also meist erst 2028 an. Fragen zur Umlage beantworten Mietervereine und die Verbraucherzentrale.

Foto: Wasserwerk Baursberg in Hamburg-Blankenese. Pauli-Pirat / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org.

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