Wasser kostet in Berlin ab dem 1. Januar 2027 zusammen 4,074 Euro pro Kubikmeter statt 3,968 Euro: 1,870 Euro für Trinkwasser, 2,204 Euro für Schmutzwasser. Für eine Person mit 113 Litern am Tag sind das rund 36 Cent mehr im Monat. Wer ein Haus mit versiegelter Fläche besitzt, spart dagegen beim Regenwasser – und kommt unterm Strich fast auf null.
Der Aufsichtsrat der Berliner Wasserbetriebe hat die neuen Gebühren am Freitag, 30. Oktober 2026, beschlossen. So steht es in der Pressemitteilung der Berliner Wasserbetriebe. Die Gebührenperiode läuft ein Jahr. Zustimmen muss noch die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz.
Die neuen Sätze im Überblick
| Gebühr | 2026 | ab 1.1.2027 | Änderung |
|---|---|---|---|
| Trinkwasser (je m³) | 1,813 € | 1,870 € | +5,7 ct (+3,1 %) |
| Schmutzwasser (je m³) | 2,155 € | 2,204 € | +4,9 ct (+2,3 %) |
| Niederschlagswasser (je m² versiegelte Fläche) | 1,809 € | 1,684 € | −12,5 ct |
Die BWB begründen den Schritt mit Investitionen in rund 20.000 Kilometer Netz sowie in Wasser- und Klärwerke. Die Anpassung liege unter der Inflation. Im Vergleich der 30 größten deutschen Städte bleibt Berlin laut BWB nach Frankfurt am Main der zweitgünstigste Standort für Wasser und Abwasser.
Was das pro Haushalt kostet: unsere Rechnung
Wir haben den BWB-Wert von 113 Litern pro Person und Tag auf ein Jahr hochgerechnet: 41,2 m³ je Person. Grundpreise und Zählergebühren sind nicht enthalten, nur die Mengenpreise.
| Haushalt | Verbrauch/Jahr | 2026 | 2027 | Mehrkosten/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| 1 Person | 41,2 m³ | 163,66 € | 168,03 € | +4,37 € |
| 2 Personen | 82,5 m³ | 327,32 € | 336,06 € | +8,74 € |
| 3 Personen | 123,7 m³ | 490,98 € | 504,10 € | +13,12 € |
| 4 Personen | 165,0 m³ | 654,64 € | 672,13 € | +17,49 € |
Spannend wird es beim Eigenheim. Eine vierköpfige Familie mit 120 m² versiegelter Fläche (Dach, Einfahrt, Terrasse) zahlt 17,49 € mehr für Wasser und 15,00 € weniger für Regenwasser. Saldo: +2,49 € im Jahr. Ein Paar mit 100 m² Dachfläche landet sogar bei −3,76 €.
Mieter sehen die Änderung erst in der Betriebskostenabrechnung für 2027. Wasser, Abwasser und Niederschlagswasser werden dort umgelegt. Die Senkung beim Regenwasser kommt also auch bei ihnen an, nur verteilt auf alle Parteien im Haus.
Wo Berliner Haushalte wirklich sparen
Sechs Cent pro Kubikmeter sind wenig. Teurer ist in Berlin der Kalk. Das Trinkwasser hat laut Analyse der BWB vom Januar 2026 14 bis 24 °dH – Härtebereich hart. Die Werte nach Postleitzahl und Wasserwerk stehen auf unserer Seite Wasserhärte in Berlin.
- Waschmittel: In Berlin gilt die Dosierstufe „hart“. Wer weniger dosiert, wäscht schlechter; wer mehr dosiert, zahlt doppelt.
- Spülmaschine: 19 °dH im Menü eintragen, Salz nachfüllen. Die Anleitung steht im Beitrag Spülmaschine: Wasserhärte richtig einstellen.
- Wasserkocher und Kaffeemaschine: alle zwei bis vier Wochen entkalken. Die Menge für Ihr Gerät berechnet der Entkalker-Rechner.
Der größte Hebel bleibt das warme Wasser. Jeder Liter, der nicht erhitzt wird, spart zusätzlich Energie – das kann schnell mehr ausmachen als die 36 Cent Gebührenerhöhung. Wie das in einem anderen Bundesland mit dem neuen Wasserentnahmeentgelt aussieht, zeigt unser Beitrag Wasserpreise 2027 in Mecklenburg-Vorpommern.
Was als Nächstes passiert
- Offen: Die Genehmigung durch die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz steht noch aus.
- 1. Januar 2027: Die neuen Sätze gelten für zunächst ein Jahr.
- Januar 2027: Zählerstand notieren – so lässt sich der Verbrauch vor und nach der Umstellung sauber trennen.
- 2028: Die Betriebskostenabrechnung für 2027 zeigt Mietern die tatsächliche Änderung.
Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich ist das Gebührenblatt der Berliner Wasserbetriebe. Bei Fragen zur eigenen Abrechnung helfen die BWB oder die Verbraucherzentrale Berlin.
Foto: Schmiermittelglas einer historischen Pumpe im Wasserwerk Friedrichshagen am Müggelsee. Boneshaker51 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org.